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Aiwanger bringt Saal zum Kochen

Aiwanger bringt Saal zum Kochen

Volle Hütte im Deutschordenschloss

SAMSUNGEine tolle Mischung aus „politischem Derblecken und kulinarischen Genüssen“ nannte der Neumarkter Stadtrat und UPW/FW-Pressesprecher Martin Meier die größte Aschermittwochsveranstaltung in Postbauer-Heng. Aus dem ganzen Landkreis waren die Zuhörer ins Deutschordenschloss gepilgert um beim berühmten Fischbuffet der Freien Wähler Postbauer-Heng in losgelöster Atmosphäre die langersehnte Aschermittwochsstimmung zu genießen.

Dem Vorsitzenden Valentin Etter war es gelungen, als Hautredner den Landeschef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, nach Postbauer-Heng zu lotsen. Die Vorredner Günter Müller und Matthias Penkala brachten die anwesenden Gäste dann auch bereits im Vorfeld dementsprechend mit markigen Sprüchen in Stimmung.

Müller freute sich besonders, den CSU-Bürgermeister Horst Kratzer begrüßen zu dürfen, welcher sich „in die Höhle des Löwen gewagt habe“. „Mein lieber Horst“, so Günter Müller, „auch wenn ihr Euch selbst als Löwen und uns als lästige Laus anseht, sei Dir sicher, die Laus vermag den Löwen mehr zu traktieren als der Löwe die Laus“.

Vor den gut 170 Zuhörern ließ sich anschließend Hubert Aiwanger nicht lange bitten und bot einen Streifzug durch die verschiedenen politischen Themenfelder.

Zur Asylpolitik der bayerischen Staatsregierung sagte er, dass diese in den Herkunftsländern beginnen müsse. „Wir müssen die Leute in den Camps dort mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen.“ Wenn man humanitäre Hilfe vor Ort leisten würde, dann treibe man die Leute nicht in die Hände von Schleppern und müsse nicht bei 500 Einwanderern täglich überlegen, welch‘ kleine bayerische Kommune man noch zu einer Flüchtlingsunterkunft umfunktionieren muss. Aus einer Studie des Ministeriums wisse er, dass die Kosovaren wegen ihrer handlungsunfähigen und schwachen Regierung flüchten würden. „Fraglich ist, ob sie da in Bayern besser aufgehoben sind“, so Aiwanger mit einem kräftigen Seitenhieb auf die Staatsregierung.

Auch die Stromtrasse gehörte zu seinen Themen. Diese sei im Bundesbedarfsplan eingearbeitet. „Seehofer will diese nun abschaffen, obwohl er und seine CSU für diese im Bundesrat gestimmt haben“. Das sei Heuchelei und bedürfte eines neuen Bundesratsbeschlusses. „Glauben sie wirklich, dass die anderen Bundesländer zustimmen, nur weil der lahme bayerische Löwe heute nicht weiß was er morgen will geschweige denn gestern wollte und nicht mehr die Kraft hat zu brüllen sondern nur noch quietscht!“

Mehr Sachverstand und Praxisbezug müsse einkehren in die Politik. Manche würden ihn oftmals als „den Bauern“ beschimpfen, aber „meine Damen und Herren, wenn die großen Herren manchmal mehr auf die Bauern als nur auf die Manager und Investmentbanker hören würden, dann wären wir auf vielen Feldern besser aufgestellt!“

In seiner knapp 60minütigen Rede bemängelte Aiwanger auch die Mautpläne von Verkehrsminister Dobrindt. Man müsse hier anerkennen, dass dadurch ein Wahlkampfschlager gefunden wurde, welcher entscheidend war. Allerdings hole die CSU hier die harte Realität ein. Bei errechneten vier Milliarden Einnahmen stünden für Betriebssysteme, Abrechnungen und Kontrollstrukturen beinahe ebenso viele Ausgaben gegenüber. „Dieses Kind ist bereits in den Brunnen gefallen“, so Aiwanger. Er fordere in einer freien Europäischen Union auch freie und mautfreie Fahrt durch alle Länder und sprach sich für deren komplette Abschaffung in allen Mitgliedstaaten aus.

Der Landkreis Neumarkt sei eine Hochburg der Freien Wähler. Die vielen FW-Bürgermeister sowie „ihr über die Grenzen hinweg viel geachteter Oberbürgermeister“ würden Beispiel sein für eine gute und nachhaltige Politik in den Kommunen, so Aiwanger unter dem Applaus der Zuhörer.