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Verkehrskonzept der UPW-Fraktion

Die Konzentration mehrerer Einrichtungen (Knabenrealschule, Bad, Mädchenrealschule, Park, Hochschule) und die Wohndichte in der Seelstraße und Remontenstraße machen die Überlegungen für ein raumübergreifendes Gesamtverkehrskonzept erforderlich.

Für einen Gesamtverkehrsplan sollten folgende Punkte geprüft und ergebnisoffen diskutiert werden.

1.Parkplatz Remontenstraße
Eine völlige Neugestaltung mit geringfügiger Erweiterung in Richtung Halle. Wasserdurchlässige Befestigung und ausreichende Beleuchtung und zusätzlicher Bepflanzung. Kostenfrei und zugängig für jedermann. Es können mit geringem Aufwand an Geld und Zeit in einem Bereich mit sehr angespannter Parksituation ca. 75 Parkplätze (ca. 25 neue nach Ausweitung in Richtung Halle) geschaffen werden. Die rechtliche Umsetzbarkeit muss von der Verwaltung geprüft werden.

2. Umbau der Mühlstraße
zw. Knabenrealschule und Mädchenrealschule mit Ausbau von Geh- und Radweg für mehr Sicherheit vor allem für die Schüler und Schülerinnen der Realschulen. Aufgabe der Parkplätze zu Gunsten der Sicherheit. Der Verlust der Parkplätze könnte im Parkplatz in der Remontenstraße ausgeglichen werden. Eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h schafft die rechtliche Möglichkeit, notwendige Rad- und Gehwege anzulegen. Ein gleichzeitiger Umbau dieser Strecke mit der Zeit der Sperrung wegen des Bades wäre sinnvoll.

3.Radweg durch den neu gestalteten Park
Erfahrungsgemäß werden Parkanlagen auch verkehrswidrig von Radfahrern benutzt. Dies dürfte mit Sicherheit auch hier der Fall sein. Durch die Anlage eines eigenen Radweges könnte das Radfahren legal gemacht werden. Eine gemeinsame Nutzung funktioniert in großen Parkanlagen wie  Westpark und Englischer Garten in München und sollte auch in Neumarkt praktikabel umgesetzt werden.

4. Pendelbus (E-Bus)
Um den Autoverkehr in der Innenstadt und in dem betroffenen Gebiet zu reduzieren, muss eine Alternative zum Parken am Stadtrand geprüft werden. Am Volksfestplatz stehen ausreichend Parkflächen vor allem auch für Arbeitnehmer von außerhalb zu Verfügung. Ein Pendelbus bringt die Besucher mit der Route – Volksfestplatz- Unterer Markt – Oberer Markt- Bahnhof – Bad- Park- Neuer Markt – Volksfestplatz zum jeweiligen Zielort. Personen, die in der Innenstadt arbeiten, können kostenfrei parken und günstig in die Innenstadt fahren. Gleiches würde für Besucher gelten. Eine Entlastung der Innenstadt und vor allem der Nebenstraßen (z.B. rund um den Neuen Markt) vom Autoverkehr  und Parksuchverkehr wäre gewährleistet.

5.Radabstellplatz für den neuen Park
Um die Parkbesucher, vor allem bei Veranstaltungen, zu animieren, mit dem Rad anzufahren und nicht mit dem Auto die umliegenden Wohnstraße zuzustellen, ist es notwendig, gut geplante und sichere, überdachte und beleuchtete Abstellplätze für Räder zu installieren. Auch sollte damit verhindert werden, dass die Polizei nach Veranstaltungen im Park eine Vielzahl von Fahrraddiebstählen bearbeiten muss. Für einen Anreiz, mit dem Rad zum Park zu kommen, ist eine Einrichtung für Fahrräder unerlässlich.

6.Radabstellplätze für den Hochschulstandort
Eine Vielzahl von Studenten wird erfahrungsgemäß mit dem Rad unterwegs sein. Sollte ein völliges Chaos von abgestellten Rädern im Bereich Residenzplatz verhindert werden, müssen ebenfalls Abstellmöglichkeiten für Räder bereitgestellt werden. Für einen herausgehobenen Platz wie den Residenzplatz mit Kirche und Reitstadel ist um ein Chaos zu verhindern, eine geordnete Abstellmöglichkeit für Räder zu schaffen. Wer daran zweifelt, sollte sich die Zustände in Universitätsstädten anschauen.

7.Ersatzmaßnahmen bei Wegfall des Tabak-Thumann-Parkplatzes
Falls derzeit oder zu einem späteren Zeitpunkt der Parkplatz beim Tabak Thumann für die Planungen der Hochschule benötigt wird  ist ein kompletter Ausgleich der Parkmöglichkeiten zu schaffen. So lange dieser geplante und erweitere Parkplatz erhalten bleibt, ist die Schaffung neuer Parkmöglichkeiten, auch wegen der hohen Kosten, nicht dringend erforderlich. Ist – Zustand derzeit: Parkplätze Wunder/ Tabak Thumann – 145 Parkstände Nach Planung und Umbau: 123 Parkstände  Verlust: 22 Parkplätze

Im Bedarfsfall (Wegfall des Parkplatzes Tabak Thumann) ergeben sich 3 Ausgleichsmöglichkeiten:
a) Schaffung eines Parkdecks unterhalb eines neuen Gebäudes der Hochschule ( z. B. Erweiterungsbau oder Vorlesungsgebäude)

b) Ausbau Tiefgarage Residenzplatz
Die Ausbaumöglichkeit der Tiefgarage Residenzplatz muss hinsichtlich Kosten und Machbarkeit geprüft werden. Städte wie Landsberg/Lech und Deggendorf haben in einem großen Teil der Altstadt eine Tiefgarage gebaut. Was sich dort bestens bewährt hat, könnte auch in Neumarkt eine Möglichkeit sein.

c)Errichtung eines Parkdecks am Parkplatz der Mädchenrealschule.
Von dieser Maßnahme könnte auch der Badebetrieb zu Spitzenzeiten profitieren.

 Eine rechtzeitige Planung über Machbarkeit und Kosten wäre wünschenswert.

8. Schulbushaltestelle in der Seelstraße
Zur Entlastung der Seelstraße sollte eine Verlegung der Haltestelle von der Seelstraße in die Weiherstraße geprüft werden. Die hinderliche Engstelle für Busse an der Ecke Sandstraße/ Kapuzinerstraße könnte vermutlich die  Abschrägung des Gehweges und die Änderung der Vorfahrt gelöst werden.

9. Verkehrsregelung im Umfeld des betroffenen Gebietes
Um von Anfang an Ärger mit den Anwohnern zu vermeiden und zum Schutz der Betroffenen ist eine Prüfung vorzunehmen, ob Zebrastreifen, Druckampeln oder Halterverbote notwendig sind.

10. Parkkonzept Bad
Eingebettet in ein Gesamtkonzept sollte die Diskussion über Parkmöglichkeiten für das Bad beendet werden. Die derzeit 231 Parkplätze für das Bad sind ausreichend. Die neue Planung für die Seelstraße ist ausgereift. Eine Verlegung der Schulbushaltestelle in die Weiherstaße (siehe Nr. 2) wäre allerdings zweckmäßig.

Die Vorschläge erheben weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch die Forderung auf eine vollständige Umsetzung. Sie sollen vielmehr eine Grundlage für eine Diskussion über Machbarkeit und Umsetzung sein. Die Beteiligung von Verkehrsverbänden, BN und Polizei ist selbstverständlich.

Bei einem Projekt dieser Größenordnung sind eine parteiübergreifende Abstimmung und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Verwaltung notwendig. Keinesfalls darf die Verkehrsplanung die Umsetzung der Projekte Bad, Park und Hochschule behindern, wie manchmal befürchtet wird. Vielmehr sollen die Projekte dadurch unterstützt werden. Die Einbeziehung aller Verkehrsarten (Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV, Auto…) muss sichergestellt werden. In zeitlicher Abstimmung mit den anliegenden Projekten ergibt sich ein Zeitfenster von ca. 2 bis 3 Jahren. Begleitende Infrastrukturmaßnahmen bei Großprojekten sind eigentlich selbstverständlich. Einzelmaßnahmen wären zwar punktuell auch wirksam, erfüllen aber nicht den Anspruch eines Gesamtverkehrskonzeptes für das betroffene Gebiet.Alle Maßnahmen unterliegen natürlich auch einer Kosten-Nutzen Prüfung.

Bierschneider Jakob, UPW
Verkehrsreferent